Gelebte Inklusion und echter Sport: Para-Deux Cup feiert besonderes Finale
Wenn ein Para-Reiter und ein Reiter ohne Handicap gemeinsam in einer Dressurprüfung an den Start gehen, geht es um weit mehr als um eine Platzierung. Beim Finale des Para-Deux Cup 2026, gesponsert von Dr. Lysa Georg und Manfred Eichhorn, wurde eindrucksvoll sichtbar, wie selbstverständlich Inklusion im Pferdesport gelebt werden kann. Austragungsort des Finales war die Reitanlage Eberl in Zillhofen, wo die Prüfung in das große Dressurturnier der Familie Eberl am vergangenen Wochenende eingebettet war.
Das Besondere am Para-Deux Cup: Ein Para-Reiter und ein Reiter ohne Handicap bilden ein Team. Beide reiten dieselbe Dressuraufgabe, die dem Grade des Para-Reiters entspricht. Für jeden Ritt vergeben die Richter eine eigene Wertnote. Die beiden Wertnoten werden addiert und ergeben das Gesamtergebnis des Teams.
Was auf dem Papier nach einem besonderen Prüfungsformat klingt, stellte sich auch sportlich als echte Herausforderung heraus. Die Aufgaben des Para-Reitsports verlangen den Reitern einiges ab – eine Erfahrung, die auch die Regelsportler beim gemeinsamen Start unmittelbar machen konnten. Für sie eröffnete sich damit ein neuer Blick auf die Anforderungen und die anspruchsvolle Arbeit im Para-Dressursport.
Den Weg ins Finale hatten sich die Teilnehmer über drei Qualifikationen in Landshut, auf Gut Kerschlach und auf der Reitanlage Winkler in Brünst erarbeitet. 9 Paare qualifizierten sich schließlich für das große Finale in Zillhofen. Dort entwickelte sich ein spannender Wettkampf mit starken Ritten und engem Ausgang. Neben der sportlichen Leistung stand vor allem der Teamgedanke im Mittelpunkt. Gemeinsam trainieren, gemeinsam an den Start gehen, füreinander mitfiebern und gemeinsam um den Sieg kämpfen – genau darin liegt die besondere Stärke des Para-Deux Cups. Den Sieg sicherten sich Marie-Luise Heigl mit Bankers Trust und Gesine Elmire Gebler mit Fida Veliz. Auf Rang zwei folgten Jenny Schlichenmayer mit Colin und Stefanie-Dorothea Herrman mit Viola Daimont. Platz drei ging an Sarah Philine Koch mit My Milou und Carolin Schnigula mit Romeo HB.
Ein Finale, bei dem alle gewinnen
Die Platzierungen waren am Ende jedoch nur ein Teil der Geschichte. Denn der Para-Deux Cup zeigt auf besondere Weise, was Inklusion im Sport bedeuten kann: nicht nebeneinander und nicht in getrennten Wettbewerben, sondern gemeinsam im Viereck. Dass das Finale im Rahmen eines großen Dressurturniers ausgetragen wurde, verlieh dem Tag zusätzliche Aufmerksamkeit. Ein interessiertes Publikum, gute Bedingungen und starke Pferde sorgten für den passenden sportlichen Rahmen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Inklusion im Reitsport keine Sonderveranstaltung sein muss, sondern ganz selbstverständlich Teil eines Turniergeschehens sein kann. Ein besonderer Dank gilt deshalb der Familie Eberl, die das Finale im Rahmen ihres Dressurturniers ausrichtete und damit beste Bedingungen für die Teilnehmer schuf. Ebenso geht der Dank an alle Reiter, Pferde, Helfer und Unterstützer sowie an die Sponsoren Dr. Lysa Georg und Manfred Eichhorn. Die Ehrenpreise wurden von Birte Armonat und dem Förderverein für Paradressur Süddeutschland zur Verfügung gestellt.
Die Ergebnisse des Para-Deux Cup-Finales 2026
- Marie-Luise Heigl / Bankers Trust & Gesine Elmire Gebler / Fida Veliz
- Jenny Schlichenmayer / Colin & Stefanie-Dorothea Herrman / Viola Daimont
- Sarah Philine Koch / My Milou & Carolin Schnigula / Romeo HB
- Angelika Buhr / Dalai JR & Barbara Dendorfer-Buhr / Raphaela
- Stefanie König / Sweetie Belle & Lisa Auracher / Stanford
- Simone Richter / Naomagic & Annette Scheck / Dance for Us
- Roland Boost / Aikido Sunshine & Jessica Aumer / Sir Figo
- Wibke Sloan / Dik-dik Delu & Anna Schürer / Jewel’s Princess
- Melanie Hierl / Careta & Inga Tschirch / Amira
Der Para-Deux Cup hat damit eindrucksvoll gezeigt, wie sich sportlicher Anspruch und gelebte Inklusion verbinden lassen: Echter Dressursport, gemeinsamer Wettkampf und ein Miteinander, bei dem letztlich alle gewinnen.












